Meine aktuellen Vorträge:


    Die dunkle Seite des Universums

    Der "Dunkle Sektor" könnte die ungelösten Fragen der Kosmologie beantworten

    Weil es im Jahr 1930 so schien, als ob beim radioaktiven Zerfall physikalische Gesetze verletzt würden, behauptete der Physiker Wolfgang Pauli die Existenz eines neuen Teilchens. Dieses sogenannte Neutrino war mit den damaligen Möglichkeiten nicht zu entdecken. Deshalb entschuldigte Pauli sich und riet seinen Kollegen, sich nie Teilchen auszudenken, die nicht nachweisbar sind. Im Jahr 1956 wurde das Neutrino dann tatsächlich entdeckt. Insofern muss man sich nicht darüber wundern, dass einige Physiker Paulis Rat nicht befolgen. Die Existenz von drei Neutrinosorten ist heute nachgewiesen. Zur Lösung der Frage, warum die Materie in unserem Universum nicht vollständig von Antimaterie vernichtet wurde, hat man weitere Neutrinos vorgeschlagen. Ebenso steht die Frage im Raum, ob die im Universum vermisste Dunkle Materie aus Neutrinos bestehen könnte. Sollte es zudem eine bisher unbekannte Kraft geben, die zwischen den „dunklen“ Neutrinos wirkt, könnte möglicherweise sogar die beschleunigte Ausdehnung des Universums erklärt werden.

    Mi

    21.09.2022

    Viersen

    Mi

    28.09.2022

    Düren

    Do

    29.09.2022

    Eschweiler

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    24.10.2022

    Neuss

    Di

    25.10.2022

    Meerbusch

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    26.10.2022

    Rheinbach

    Mi

    02.11.2022

    Dormagen

    Di

    15.11.2022

    Frechen

    Mi

    16.11.2022

    Bergisch Gladbach

    Mi

    26.04.2023

    Rheine

    Mi

    10.05.2023

    Bergisch Gladbach (online)

      

    Kamikaze-Galaxie traktiert Milchstraße

    Wiederholte Kollisionen mit einer Zwerggalaxie lösten Sternengeburten aus

    Die Milchstraße hat die Form eines flachen Pfannkuchens. Die Zwerggalaxie Sagittarius umkreist die Milchstraße senkrecht zur Pfannkuchenscheibe. "Umkreist" trifft dabei nicht ganz die Wahrheit. Tatsächlich ist Sagittarius bereits mehrmals durch die Milchstraße hindurchgeflogen. Obwohl es bei solchen Galaxiendurchflügen in der Regel zu keinen Sternenkollisionen kommt, bleiben sie nicht ohne Folgen. Für Sagittarius sind diese dramatisch. Bei jedem Durchflug reißt die Milchstraße Sterne aus der Zwerggalaxie heraus. In wenigen Milliarden Jahren wird sich die Milchstraße ihren Begleiter vermutlich ganz einverleibt haben. Die Folgen für die Milchstraße sind viel positiver, wie die Auswertung neuer Daten des europäischen Weltraumteleskops Gaia zeigt. Nach den letzten drei Durchflügen von Sagittarius wurden in den Gaswolken der Milchstraße Dichtewellen erzeugt, die die Sternengeburtsrate in der Folgezeit förmlich explodieren ließen. Da nach solch einem Durchflug auch unser Sonnensystem entstanden ist, haben wir unsere Existenz möglicherweise der Kamikaze-Galaxie Sagittarius zu verdanken.


    In diesem dreiminütigen Podcast hören Sie eine kurze Zusammenfassung des Vortrags.

    Mi

    23.11.2022

    Düsseldorf

    Mi

    01.03.2023

    Düren (online)

    Mi

    25.10.2023

    Rheine (online)


    Stern trifft Sonnensystem

    Der Stern Gliese 710 wird in unserem Sonnensystem einen Kometenschauer auslösen

    Bereits vor 30 Jahren wies der Astronom Wilhelm Gliese darauf hin, dass sich der inzwischen nach ihm benannte Stern Gliese 710 auf die Sonne zubewegt. Mit den bis vor wenigen Jahren nur grob bekannten Positions- und Bewegungsdaten wurde sein nächster Abstand beim Vorbeiflug an der Sonne auf ein Lichtjahr berechnet. Das sind 63.000 Astronomische Einheiten (1 AE = Abstand Erde-Sonne) oder 10 Billionen km. Doch die im September 2016 veröffentlichten hochpräzisen Daten der ESA-Sonde Gaia ergeben jetzt ein weitaus dramatischeres Bild: Den neuen Berechnungen zufolge wird Gliese 710 die Sonne in 1,281 Millionen Jahren in einem Abstand von nur 13.000 AE passieren. Die gute Nachricht: Weder die Erdbahn noch die Bahnen der anderen Planeten werden von Gliese 710 wesentlich beeinflusst. Jedoch wird der Stern in die Kometenwolke unseres Sonnensystems eindringen und die Bahnen von Millionen von Kometen verändern. Verteilt über einen Zeitraum von 4 Millionen Jahren wird Gliese 710 etwa 10 Millionen Kometen ins innere Sonnensystem katapultieren.

    Mi

    14.09.2022

    Rheine (online)


    Das falsche Vakuum
    Vermessungen am Higgs-Teilchen weisen auf eine Instabilität des Raumes hin
    Die schlechte Nachricht zuerst: Die bisherigen Messungen der Masse des im Jahr 2012 entdeckten Higgs-Teilchens deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass sich das Vakuum unseres Universums in einem "metastabilen" Zustand befindet. Das heißt im Klartext: Sollte sich das Universum dazu "entscheiden", von diesem halbstabilen Zustand in den stabilen Zustand des wahren Vakuums zu wechseln, ändern sich die derzeit gültigen physikalischen und chemischen Gesetze schlagartig. Die Kräfte, die die Materie von Sternen, Planeten und letztendlich uns Menschen zusammenhalten, verlieren ihre Wirkung. Kurzum: Das Universum, so wie wir es kennen, wird vernichtet. Die gute Nachricht: Unser Universum verharrt jetzt immerhin schon fast 14 Milliarden Jahre lang im falschen Vakuum - und das, obwohl die extremen Zustände, die kurz nach dem Urknall vorherrschten, ein Umkippen dieses Vakuums stark begünstigt haben. Dass das Vakuum trotzdem "durchhielt", lässt Rückschlüsse auf die Vorgänge kurz nach dem Urknall zu.

    Mi

    30.11.2022

    Stolberg (online)


    Warum gibt es Materie?

    Geisterteilchen mit wechselnden Identitäten verbergen womöglich die Antwort

    "Ich habe etwas ganz Schreckliches getan", sagte Wolfgang Pauli, nachdem er die Existenz des Neutrinos vorhergesagt hatte. Er dachte, man würde es nie entdecken können. Doch im Jahr 1956 wurde es im Forschungsprojekt "Poltergeist" in Los Alamos nachgewiesen. Genauer gesagt: das Elektron-Neutrino. Denn es stellte sich später heraus, dass es (mindestens) drei Arten von Neutrinos gibt. Und es wurde noch verrückter: Man wusste inzwischen, dass Elektron-Neutrinos bei der Kernfusion im Innern der Sonne erzeugt werden. Aber auf der Erde konnte man nur etwa ein Drittel der erwarteten Teilchen nachweisen. Inzwischen ist klar: Die Neutrinos können ihre Identität wechseln. Aus Elektron-Neutrinos werden während des kurzen Flugs zur Erde zum Teil Myon- und zum Teil Tau-Neutrinos. Spannend ist eine Meldung des japanischen Forschungsprojekts Kamiokande vom August 2017: Die Antimaterieteilchen der drei Neutrino-Arten wechseln ihre Identität mit einer anderen Rate als die Materieteilchen. Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, dass nach dem Urknall Materie im Universum übrig geblieben ist - und nicht durch das Zusammentreffen mit der gleichen Menge von Antimaterie vernichtet wurde.

    Mi

    09.11.2022

    Recklinghausen