Meine aktuellen Vorträge im Frühjahr / Sommer 2020:


    Die große Leere

    Die Galaxien unseres Universums bilden eine riesige wabenartige Struktur

    Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, liegt in den Außenbezirken eines großen Galaxienhaufens namens Laniakea. Schon 1987 war von Prof. Brent Tully von der Universität Hawaii vermutet worden, dass sich direkt hinter unserer Milchstrße ein riesiger Leerraum anschließt, in dem es so gut wie keine Galaxien und Sterne gibt. Astronomische Beobachtungen in die entsprechende Richtung sind sehr schwierig, weil das Zentrum unserer eigenen Milchstraße mitten im Blickfeld liegt. Tully ist es nun gelungen, die Existenz dieses Leerraums nicht nur nachzuweisen, sondern auch seine Größe zu bestimmen. Er überdeckt ein Raumgebiet mit einem Durchmesser von circa 100 Millionen Lichtjahren (in Kilometer: eine 1 mit 21 Nullen). Ähnlich wie in einem Höhlensystem ist dieser Raum mit weiteren Leerräumen verbunden, dessen Wände von Galaxienhaufen gebildet werden. Diese Entdeckung passt gut zu theoretischen Berechnungen, denen zufolge unser Universum einer riesigen Wabe ähnelt.

    Di

    11.02.2020

    Dormagen

    Mi

    26.02.2020

    Düsseldorf

    Do

    27.02.2020

    Eschweiler

    Mi

    06.05.2020

    Rheinbach

    Mo

    11.05.2020

    Neuss

    Di

    12.05.2020

    Meerbusch

    Mi

    13.05.2020

    Bergisch Gladbach


    Das falsche Vakuum

    Vermessungen am Higgs-Teilchen weisen auf eine Instabilität des Raumes hin

    Die schlechte Nachricht zuerst: Die bisherigen Messungen der Masse des im Jahr 2012 entdeckten Higgs-Teilchens deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass sich das Vakuum unseres Universums in einem "metastabilen" Zustand befindet. Das heißt im Klartext: Sollte sich das Universum dazu "entscheiden", von diesem halbstabilen Zustand in den stabilen Zustand des wahren Vakuums zu wechseln, dann ändern sich die derzeit gültigen physikalischen und chemischen Gesetze schlagartig. Die Kräfte, die die Materie von Sternen, Planeten und letztendlich uns Menschen zusammenhalten, verlieren ihre Wirkung. Kurzum: Das Universum, so wie wir es kennen, wird vernichtet. Die gute Nachricht: Unser Universum verharrt jetzt immerhin schon fast 14 Milliarden Jahre lang im falschen Vakuum - und das, obwohl die extremen Zustände, die kurz nach dem Urknall vorherrschten, ein Umkippen dieses Vakuums stark begünstigt haben. Dass unser Vakuum trotzdem "durchhielt", lässt Rückschlüsse auf die Vorgänge kurz nach dem Urknall zu.

    Mo

    02.03.2020

    Frankfurt

    Mi

    29.04.2020

    Stolberg

    Mo

    13.07.2020

    Leverkusen


    Die Geburtsblase der Sonne

    Ein sterbender Stern schuf einen Kokon für unser Sonnensystem

    Seit einigen Jahrzehnten nimmt man an, dass an der Entstehung unseres Sonnensystems eine Supernova-Explosion beteiligt war. Der Grund dafür: Man findet in Meteoriten, die während der Anfangszeit unseres Sonnensystems entstanden, Zerfallsprodukte von radioaktiven Elementen, die bei Supernova-Explosionen erzeugt werden. Doch wirft man einen genaueren Blick auf die Mengenverhältnisse dieser Elemente, passt es vorne und hinten nicht zusammen. Untersuchungen eines Forscherteams der Universität Chicago zeigen jetzt, dass der in den Meteoriten gefundene Eisen-60-Anteil im Verhältnis zum Aluminium-26-Anteil viel zu gering ist. Das kann viel besser damit erklärt werden, dass unser Sonnensystem in einer Blase entstand, die ein so genannter Wolf-Rayet-Stern um sich herum geschaffen hat. Das sind sehr massive Sterne (10- bis 250-fache Sonnenmasse), die im Endstadium ihres Lebens große Teile ihrer Masse wegblasen und so einen Kokon um sich herum schaffen, in dem neue Sonnensysteme mit Elementverteilungen wie die in unserem entstehen können

    Mi

    04.03.2020

    Rheine


    Supernova-Feuerwerk in der Nachbarschaft

    Etwa 15 Sternexplosionen haben den Raum um unsere Sonne herum leergefegt

    Unsere Sonne durchquert mit ihren Planeten seit etwa 10 Millionen Jahren die "Lokale Blase". Das ist eine 300 Lichtjahre große Region innerhalb der Milchstraße, in der die Dichte des interstellaren Gases nur 50.000 Atome pro Kubikmeter beträgt. Im Rest der Milchstraße sind es durchschnittlich zehnmal so viele Atome. Schon lange war vermutet worden, dass eine Supernova-Explosion dieses Raumgebiet leergefegt hat. Überreste radioaktiver Elemente, die bei Supernova-Explosionen erzeugt werden, fand man sowohl auf dem Meeresboden als auch auf dem Mond. Inzwischen ergeben die Zeitdatierung und weitere Befunde folgendes Bild: Etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet sich ein aus vielen Tausend Sternen bestehender junger Sternhaufen, der sich heute mit 20 Kilometer pro Sekunde von uns weg bewegt. In diesem Haufen, der uns in der Vergangenheit wesentlich näher war, "zündete" innerhalb der letzten 13 Millionen Jahre ein Feuerwerk aus Supernova-Explosionen - die letzte vor 1,5 Millionen Jahren. Sie waren gerade noch weit genug entfernt, um das Leben auf der Erde nicht ernsthaft zu gefährden.

    Mi

    19.02.2020

    Düren