Meine aktuellen Vorträge im Frühjahr/Sommer 2018: 

      1. Warum gibt es Materie?
        Geisterteilchen mit wechselnden Identitäten verbergen womöglich die Antwort

        "Ich habe etwas ganz Schreckliches getan", sagte Wolfgang Pauli, nachdem er die Existenz des Neutrinos vorhergesagt hatte. Er dachte, man würde es nie entdecken können. Doch im Jahr 1956 wurde es im Forschungsprojekt "Poltergeist" in Los Alamos nachgewiesen. Genauer gesagt: das Elektron-Neutrino. Denn es stellte sich später heraus, dass es (mindestens) drei Arten von Neutrinos gibt. Und es wurde noch verrückter: Man wusste inzwischen, dass Elektron-Neutrinos bei der Kernfusion im Innern der Sonne erzeugt werden. Aber auf der Erde konnte man nur etwa ein Drittel der erwarteten Teilchen nachweisen. Inzwischen ist klar: Die Neutrinos können ihre Identität wechseln. Aus Elektron-Neutrinos werden während des kurzen Flugs zur Erde zum Teil Myon- oder Tau-Neutrinos. Spannend ist eine Meldung des japanischen Forschungsprojekts Kamiokande vom August 2017: Die Antimaterieteilchen der drei Neutrino-Arten wechseln ihre Identität mit einer anderen Rate als die Materieteilchen. Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, dass nach dem Urknall Materie im Universum übrig geblieben ist.

        Mo   19.02.2018   Viersen
        Mi    28.02.2018   Rheinbach
        Do   01.03.2018   Eschweiler
        Di    06.03.2018   Bad Honnef
        Mi    07.03.2018   Bergisch Gladbach
        Do   08.03.2018   Frechen
        Mo   12.03.2018   Bergheim
        Di    13.03.2018   Troisdorf
        Do   22.03.2018   Neuss
        Di    10.04.2018   Düsseldorf
        Mi    25.04.2018   Dormagen

        Di    19.06.2018   Meerbusch

      2. Zwerggalaxien surfen auf Dunkler Materie
        Superautobahn verbindet Milchstraße mit entfernten Galaxien

        Seit 80 Jahren beobachten Astronomen, dass sich Sterne und Galaxien so bewegen, als ob im Mittel etwa fünfmal so viel Materie vorhanden wäre als tatsächlich sichtbar ist. Aufgrund von immer besser werdenden Beobachtungsdaten und Berechnungen setzte sich die Theorie durch, dass diese "fehlende" Materie tatsächlich existiert. Doch eine seltsame Beobachtung ließ um 1980 wieder Zweifel an der Existenz dieser Dunklen Materie aufkommen: Die Milchstraße wird von Zwerggalaxien umkreist. Es stellte sich heraus, dass die von den Zwerggalaxien gezogenen Kreise alle exakt aneinander ausgerichtet sind, was man so nicht erwartet hatte. Neue Computersimulationen des Potsdamer Astrophysikers Noam Libeskind zeigen jetzt jedoch, dass man diesen Umstand mit einem kosmischen "Autobahnnetz" aus Dunkler Materie erklären kann. Dieses Netz verbindet die circa 100.00 Galaxien des Supergalaxienhaufens Laniakea miteinander, zu dem auch unsere Milchstraße gehört.

        Mi    21.02.2018   Düren
        Mo   05.03.2018   Nettersheim-Marmagen
        Mi    21.03.2018   Stolberg
        Mi    18.04.2018   Meckenheim

      3. Gesucht: Planet Neun
        In Verdacht: Die Sonne verschlingt mehrere Supererden und klaut eine weitere
        In den letzten 20 Jahren sind viele Exoplaneten in anderen Planetensystemen entdeckt worden. Doch unser Sonnensystem scheint einzigartig zu sein. Denn typisch für viele der anderen Systeme sind "Supererden" (Planeten mit ca. 10 Erdmassen), die ihre Sonne in sehr geringem Abstand umkreisen. Warum wir keine Supererden (mehr) haben, erklären nun Computerberechnungen, die die Bewegungen im frühen Sonnensystem rekonstruieren. Demnach ist Jupiter nach innen gewandert und hat dabei viele Kleinplaneten ins innere Sonnensystem geschickt. Damit wurden die damals vorhandenen Supererden so lange bombardiert, bis sie in die Sonne gefallen sind. Doch die hat sich offenbar eine neue Supererde besorgt: Unregelmäßigkeiten in den Bahnen von Kleinplaneten außerhalb der Plutobahn sprechen für die Existenz einer Supererde, die unsere Sonne heute in großem Abstand umkreist. Die berechnete Bahn dieses Planeten Neun deutet darauf hin, dass er nicht von Anfang an Bestandteil unseres Sonnensystems war.

        Mo  04.06.2018   Aachen