Meine aktuellen Vorträge 2020 / 2021:


    Die große Leere

    Die Galaxien unseres Universums bilden eine riesige wabenartige Struktur

    Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, liegt in den Außenbezirken eines großen Galaxienhaufens namens Laniakea. Schon 1987 war von Prof. Brent Tully von der Universität Hawaii vermutet worden, dass sich direkt hinter unserer Milchstrße ein riesiger Leerraum anschließt, in dem es so gut wie keine Galaxien und Sterne gibt. Astronomische Beobachtungen in die entsprechende Richtung sind sehr schwierig, weil das Zentrum unserer eigenen Milchstraße mitten im Blickfeld liegt. Tully ist es nun gelungen, die Existenz dieses Leerraums nicht nur nachzuweisen, sondern auch seine Größe zu bestimmen. Er überdeckt ein Raumgebiet mit einem Durchmesser von circa 100 Millionen Lichtjahren (in Kilometer: eine 1 mit 21 Nullen). Ähnlich wie in einem Höhlensystem ist dieser Raum mit weiteren Leerräumen verbunden, dessen Wände von Galaxienhaufen gebildet werden. Diese Entdeckung passt gut zu theoretischen Berechnungen, denen zufolge unser Universum einer riesigen Wabe ähnelt.

    Di

    03.11.2020

    Stolberg

    Mi

    24.02.2021

    Düren


    Das falsche Vakuum

    Vermessungen am Higgs-Teilchen weisen auf eine Instabilität des Raumes hin

    Die schlechte Nachricht zuerst: Die bisherigen Messungen der Masse des im Jahr 2012 entdeckten Higgs-Teilchens deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass sich das Vakuum unseres Universums in einem "metastabilen" Zustand befindet. Das heißt im Klartext: Sollte sich das Universum dazu "entscheiden", von diesem halbstabilen Zustand in den stabilen Zustand des wahren Vakuums zu wechseln, dann ändern sich die derzeit gültigen physikalischen und chemischen Gesetze schlagartig. Die Kräfte, die die Materie von Sternen, Planeten und letztendlich uns Menschen zusammenhalten, verlieren ihre Wirkung. Kurzum: Das Universum, so wie wir es kennen, wird vernichtet. Die gute Nachricht: Unser Universum verharrt jetzt immerhin schon fast 14 Milliarden Jahre lang im falschen Vakuum - und das, obwohl die extremen Zustände, die kurz nach dem Urknall vorherrschten, ein Umkippen dieses Vakuums stark begünstigt haben. Dass unser Vakuum trotzdem "durchhielt", lässt Rückschlüsse auf die Vorgänge kurz nach dem Urknall zu.

    Mo

    09.11.2020

    Aachen


    Stern trifft Sonnensystem

    Der Stern Gliese 710 wird in unserem Sonnensystem einen Kometenschauer auslösen

    Bereits vor 30 Jahren wies der Astronom Wilhelm Gliese darauf hin, dass sich der inzwischen nach ihm benannte Stern Gliese 710 auf die Sonne zubewegt. Mit den bis vor wenigen Jahren nur grob bekannten Positions- und Bewegungsdaten wurde sein nächster Abstand beim Vorbeiflug an der Sonne auf ein Lichtjahr berechnet. Das sind 63.000 Astronomische Einheiten (1 AE = Abstand Erde-Sonne) oder 10 Billiarden km. Doch die im September 2016 veröffentlichten hochpräzisen Daten der ESA-Sonde Gaia ergeben jetzt ein weitaus dramatischeres Bild: Den neuen Berechnungen zufolge wird Gliese 710 die Sonne in 1,281 Millionen Jahren in einem Abstand von nur 13.000 AE passieren. Die gute Nachricht: Weder die Erdbahn noch die Bahnen der anderen Planeten werden von Gliese 710 wesentlich beeinflusst. Jedoch wird der Stern in die Kometenwolke unseres Sonnensystems eindringen und die Bahnen von Millionen von Kometen verändern. Verteilt über einen Zeitraum von 4 Millionen Jahren wird Gliese 710 etwa 10 Millionen Kometen ins innere Sonnensystem katapultieren.

    Di

    29.09.2020

    Düsseldorf

    Do

    01.10.2020

    Eschweiler

    Mi

    07.10.2020

    Düren

    Di

    27.10.2020

    Meerbusch

    Mi

    28.10.2020

    Bergisch Gladbach

    Mi

    04.11.2020

    Rheinbach

    Di

    10.11.2020

    Dormagen

    Mo

    16.11.2020

    Neuss

    Mi

    09.12.2020

    Frechen


    Warum gibt es Materie?

    Geisterteilchen mit wechselnden Identitäten verbergen womöglich die Antwort
    "Ich habe etwas ganz Schreckliches getan", sagte Wolfgang Pauli, nachdem er die Existenz des Neutrinos vorhergesagt hatte. Er dachte, man würde es nie entdecken können. Doch im Jahr 1956 wurde es im Forschungsprojekt "Poltergeist" in Los Alamos nachgewiesen. Genauer gesagt: das Elektron-Neutrino. Denn es stellte sich später heraus, dass es (mindestens) drei Arten von Neutrinos gibt. Und es wurde noch verrückter: Man wusste inzwischen, dass Elektron-Neutrinos bei der Kernfusion im Innern der Sonne erzeugt werden. Aber auf der Erde konnte man nur etwa ein Drittel der erwarteten Neutrinos nachweisen. Inzwischen ist klar: Die Neutrinos können ihre Identität wechseln. Aus Elektron-Neutrinos werden während des kurzen Flugs zur Erde zum Teil Myon- oder Tau-Neutrinos. Spannend ist eine Meldung des japanischen Forschungsprojekts Kamiokande vom August 2017: Die Antimaterieteilchen der drei Neutrino-Arten wechseln ihre Identität mit einer anderen Rate als die Materieteilchen. Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, dass nach dem Urknall Materie im Universum übrig geblieben ist.

    Mi

    23.09.2020

    Rheine