Meine aktuellen Vorträge im Frühjahr/Sommer 2019: 

      Supernova-Feuerwerk in der Nachbarschaft

      Etwa 15 Sternexplosionen haben den Raum um unsere Sonne herum leergefegt

      Unsere Sonne durchquert mit ihren Planeten seit etwa 10 Millionen Jahren die "Lokale Blase". Das ist eine 300 Lichtjahre große Region innerhalb der Milchstraße, in der die Dichte des interstellaren Gases nur 50.000 Atome pro Kubikmeter beträgt. Im Rest der Milchstraße sind es durchschnittlich zehnmal so viel Atome. Schon lange war vermutet worden, dass eine Supernova-Explosion dieses Raumgebiet leergefegt hat. Überreste radioaktiver Elemente, die bei Supernova-Explosionen erzeugt werden, fand man sowohl auf dem Meeresboden als auch auf dem Mond. Inzwischen ergeben die Zeitdatierung und weitere Befunde folgendes Bild: Etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet sich ein aus vielen Tausend Sternen bestehender junger Sternhaufen, der sich heute mit 20 Kilometer pro Sekunde von uns wegbewegt. In diesem Haufen, der uns in der Vergangenheit wesentlich näher war, "zündete" innerhalb der letzten 13 Millionen Jahre ein Feuerwerk aus Supernova-Explosionen, die letzte vor 1,5 Millionen Jahren. Sie waren gerade noch weit genug entfernt, um das Leben auf der Erde nicht ernsthaft zu gefährden.

      Di

      12.03.2019

      Düsseldorf

      Mi

      13.03.2019

      Bergisch-Gladbach

      Di

      19.03.2019

      Bad Honnef

      Mi

      20.03.2019

      Rheine

      Mi

      27.03.2019

      Rheinbach

      Do

      28.03.2019

      Eschweiler

      Mo

      01.04.2019

      Neuss

      Di

      09.04.2019

      Dormagen

      Do

      11.04.2019

      Frechen

      Di

      21.05.2019

      Meerbusch

      Die Geburtsblase der Sonne

      Ein sterbender Stern schuf einen Kokon für unser Sonnensystem

      Seit einigen Jahrzehnten nimmt man an, dass an der Entstehung unseres Sonnensystems eine Supernova-Explosion beteiligt war. Der Grund dafür: Man findet in Meteoriten, die während der Anfangszeit unseres Sonnensystems entstanden, Zerfallsprodukte von radioaktiven Elementen, die bei Supernova-Explosionen erzeugt werden. Doch wirft man einen genaueren Blick auf die Mengenverhältnisse dieser Elemente, passt es vorne und hinten nicht zusammen. Untersuchungen eines Forscherteams der Universität Chicago zeigen jetzt, dass der in den Meteoriten gefundene Eisen-60-Anteil im Verhältnis zum Aluminium-26-Anteil viel zu gering ist. Das kann viel besser damit erklärt werden, dass unser Sonnensystem in einer Blase entstand, die ein so genannter Wolf-Rayet-Stern um sich herum geschaffen hat. Das sind sehr massive Sterne (10- bis 250-fache Sonnenmasse), die im Endstadium ihres Lebens große Teile ihrer Masse wegblasen und so einen Kokon um sich herum schaffen, in dem neue Sonnensysteme mit Elementverteilungen wie die in unserem entstehen können.

      Mo

      14.01.2019

      Marmagen

      Mi

      08.05.2019

      Stolberg

      Warum gibt es Materie?
      Geisterteilchen mit wechselnden Identitäten verbergen womöglich die Antwort
      "Ich habe etwas ganz Schreckliches getan", sagte Wolfgang Pauli, nachdem er die Existenz des Neutrinos vorhergesagt hatte. Er dachte, man würde es nie entdecken können. Doch im Jahr 1956 wurde es im Forschungsprojekt "Poltergeist" in Los Alamos nachgewiesen. Genauer gesagt: das Elektron-Neutrino. Denn es stellte sich später heraus, dass es (mindestens) drei Arten von Neutrinos gibt. Und es wurde noch verrückter: Man wusste inzwischen, dass Elektron-Neutrinos bei der Kernfusion im Innern der Sonne erzeugt werden. Aber auf der Erde konnte man nur etwa ein Drittel der erwarteten Teilchen nachweisen. Inzwischen ist klar: Die Neutrinos können ihre Identität wechseln. Aus Elektron-Neutrinos werden während des kurzen Flugs zur Erde zum Teil Myon- oder Tau-Neutrinos. Spannend ist eine Meldung des japanischen Forschungsprojekts Kamiokande vom August 2017: Die Antimaterieteilchen der drei Neutrino-Arten wechseln ihre Identität mit einer anderen Rate als die Materieteilchen. Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, dass nach dem Urknall Materie im Universum übrig geblieben ist.

      Mi

      13.02.2019

      Düren

      Mo

      08.04.2019

      Aachen

      Wie real ist die Welt?

      Physikalische Ergebnisse bezweifeln die Existenz einer objektiven Wirklichkeit

      Mit dem Satz „Gott würfelt nicht“ drückte Albert Einstein aus, was er von der Quantentheorie hielt. Denn in der Quantenphysik lautet die Antwort auf die Frage, wo sich ein bestimmtes Objekt befindet: kann da sein, kann aber auch dort sein. Präzise lässt sich mit der Quantenphysik lediglich die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der das Objekt „da“ bzw. „dort“ ist. Noch bizarrer ist ein Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger, bei dem eine Katze gleichzeitig tot und lebendig ist. Im Jahr 1935 glaubte Einstein, der Quantenphysik den Todesstoß versetzt zu haben: Aufbauend auf Einsteins Vorarbeiten hatte Schrödinger bewiesen, dass es „spukhafte“, fast telepathische Fernwirkungen zwischen Teilchen geben müsse, wenn die Quantenphysik richtig ist – was Einstein für unmöglich hielt. Doch inzwischen ist klar: Diese spukhaften Fernwirkungen existieren wirklich. Noch schlimmer: Physiker arbeiten aktuell an Experimenten, die darauf hinweisen, dass unsere Welt viel weniger real ist, als wir bisher dachten. 

      Mi

      03.04.2019

      Leverkusen

       

       

       

      Der folgende Vortrag ist im Rahmen des Studiums Generale der FH Aachen am 9. Januar 2017 aufgezeichnet worden:

      Einsteins Wellen

      100 Jahre nach ihrer Vorhersage sind die Raumzeit-Kräuselungen entdeckt worden

      Der englische Physiker Isaac Newton war sich eines schwerwiegenden Mangels seiner Gravitationstheorie bewusst: Die Schwerkraft wirkt in seiner Theorie über riesige Entfernungen, ohne dass es irgendetwas dazwischen gibt, was die Kraft überträgt. Albert Einstein schlug 1915 seine Lösung in Form der Allgemeinen Relativitätstheorie vor: Schwere Massen wie z.B. Sterne krümmen den Raum (und die Zeit) und der gekrümmte Raum vermittelt die Wirkung der Schwerkraft auf andere Objekte. Die meisten aus Einsteins Theorie folgenden Vorhersagen wurden inzwischen bestätigt. Doch der direkte Nachweis einer wichtigen Folgerung stand bisher noch aus: 1918 erkannte Einstein, dass beschleunigte Massen Gravitationswellen, also „Kräuselungen“ in der Raumzeit, erzeugen müssten. Am 11. Februar 2016 gab das US-amerikanische LIGO-Observatorium die Entdeckung dieser Wellen bekannt.