Meine aktuellen Vorträge:


    Kamikaze-Galaxie traktiert Milchstraße

    Wiederholte Kollisionen mit einer Zwerggalaxie lösten Sternengeburten aus

    Die Milchstraße hat die Form eines flachen Pfannkuchens. Die Zwerggalaxie Sagittarius umkreist die Milchstraße senkrecht zur Pfannkuchenscheibe. "Umkreist" trifft dabei nicht ganz die Wahrheit. Tatsächlich ist Sagittarius bereits mehrmals durch die Milchstraße hindurchgeflogen. Obwohl es bei solchen Galaxiendurchflügen in der Regel zu keinen Sternenkollisionen kommt, bleiben sie nicht ohne Folgen. Für Sagittarius sind diese dramatisch. Bei jedem Durchflug reißt die Milchstraße Sterne aus der Zwerggalaxie heraus. In wenigen Milliarden Jahren wird sich die Milchstraße ihren Begleiter vermutlich ganz einverleibt haben. Die Folgen für die Milchstraße sind viel positiver, wie die Auswertung neuer Daten des europäischen Weltraumteleskops Gaia zeigt. Nach den letzten drei Durchflügen von Sagittarius wurden in den Gaswolken der Milchstraße Dichtewellen erzeugt, die die Sternengeburtsrate in der Folgezeit förmlich explodieren ließen. Da nach solch einem Durchflug auch unser Sonnensystem entstanden ist, haben wir unsere Existenz möglicherweise der Kamikaze-Galaxie Sagittarius zu verdanken.


    In diesem dreiminütigen Podcast hören Sie eine kurze Zusammenfassung des Vortrags.

    Di

    18.01.2022

    Leverkusen

    Mi

    09.02.2022

    Rheine

    Di

    15.03.2022

    Stolberg

    Mi

    16.03.2022

    Willich

    Mi

    23.03.2022

    Rheinbach

    Do

    07.04.2022

    Düsseldorf

    Di

    03.05.2022

    Dormagen


    Die große Leere

    Die Galaxien unseres Universums bilden eine riesige wabenartige Struktur

    Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, liegt in den Außenbezirken eines großen Galaxienhaufens namens Laniakea. Schon 1987 war von Prof. Brent Tully von der Universität Hawaii vermutet worden, dass sich direkt hinter unserer Milchstrße ein riesiger Leerraum anschließt, in dem es so gut wie keine Galaxien und Sterne gibt. Astronomische Beobachtungen in die entsprechende Richtung sind sehr schwierig, weil das Zentrum unserer eigenen Milchstraße mitten im Blickfeld liegt. Tully ist es nun gelungen, die Existenz dieses Leerraums nicht nur nachzuweisen, sondern auch seine Größe zu bestimmen. Er überdeckt ein Raumgebiet mit einem Durchmesser von circa 100 Millionen Lichtjahren (in Kilometer: eine 1 mit 21 Nullen). Ähnlich wie in einem Höhlensystem ist dieser Raum mit weiteren Leerräumen verbunden, dessen Wände von Galaxienhaufen gebildet werden. Diese Entdeckung passt gut zu theoretischen Berechnungen, denen zufolge unser Universum einer riesigen Wabe ähnelt.

    Mi

    25.05.2022

    Bergisch Gladbach

    Di

    07.06.2022

    Meerbusch-Büderich


    Stern trifft Sonnensystem

    Der Stern Gliese 710 wird in unserem Sonnensystem einen Kometenschauer auslösen

    Bereits vor 30 Jahren wies der Astronom Wilhelm Gliese darauf hin, dass sich der inzwischen nach ihm benannte Stern Gliese 710 auf die Sonne zubewegt. Mit den bis vor wenigen Jahren nur grob bekannten Positions- und Bewegungsdaten wurde sein nächster Abstand beim Vorbeiflug an der Sonne auf ein Lichtjahr berechnet. Das sind 63.000 Astronomische Einheiten (1 AE = Abstand Erde-Sonne) oder 10 Billionen km. Doch die im September 2016 veröffentlichten hochpräzisen Daten der ESA-Sonde Gaia ergeben jetzt ein weitaus dramatischeres Bild: Den neuen Berechnungen zufolge wird Gliese 710 die Sonne in 1,281 Millionen Jahren in einem Abstand von nur 13.000 AE passieren. Die gute Nachricht: Weder die Erdbahn noch die Bahnen der anderen Planeten werden von Gliese 710 wesentlich beeinflusst. Jedoch wird der Stern in die Kometenwolke unseres Sonnensystems eindringen und die Bahnen von Millionen von Kometen verändern. Verteilt über einen Zeitraum von 4 Millionen Jahren wird Gliese 710 etwa 10 Millionen Kometen ins innere Sonnensystem katapultieren.

    Mo

    21.02.2022

    Neuss 

    Do

    03.03.2022

    Eschweiler

    Mi

    14.09.2022

    Rheine (online)


    Warum gibt es Materie?

    Geisterteilchen mit wechselnden Identitäten verbergen womöglich die Antwort

    "Ich habe etwas ganz Schreckliches getan", sagte Wolfgang Pauli, nachdem er die Existenz des Neutrinos vorhergesagt hatte. Er dachte, man würde es nie entdecken können. Doch im Jahr 1956 wurde es im Forschungsprojekt "Poltergeist" in Los Alamos nachgewiesen. Genauer gesagt: das Elektron-Neutrino. Denn es stellte sich später heraus, dass es (mindestens) drei Arten von Neutrinos gibt. Und es wurde noch verrückter: Man wusste inzwischen, dass Elektron-Neutrinos bei der Kernfusion im Innern der Sonne erzeugt werden. Aber auf der Erde konnte man nur etwa ein Drittel der erwarteten Teilchen nachweisen. Inzwischen ist klar: Die Neutrinos können ihre Identität wechseln. Aus Elektron-Neutrinos werden während des kurzen Flugs zur Erde zum Teil Myon- und zum Teil Tau-Neutrinos. Spannend ist eine Meldung des japanischen Forschungsprojekts Kamiokande vom August 2017: Die Antimaterieteilchen der drei Neutrino-Arten wechseln ihre Identität mit einer anderen Rate als die Materieteilchen. Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, dass nach dem Urknall Materie im Universum übrig geblieben ist - und nicht durch das Zusammentreffen mit der gleichen Menge von Antimaterie vernichtet wurde.

    Di

    29.03.2022

    Frechen

    Mi

    09.11.2022

    Recklinghausen